Burckhardt Compression: Höherer Umsatz, mehr Gewinn, tieferer Bestellungseingang

2. Juni 2020

Das Geschäftsjahr 2019 schloss insgesamt im Rahmen der Erwartungen wie im Halbjahresbericht kommuniziert ab. Der Bestellungseingang lag unter dem historischen Höchstwert des Vorjahres. Der Umsatz entsprach den Erwartungen. Betriebsgewinn und Nettogewinn legten beide erneut zu, entsprechen aber noch nicht den Ansprüchen des Unternehmens, wie sie im Mittelfristplan festgelegt wurden.

Bestellungseingang unter Vorjahr
Der Bestellungseingang der Gruppe lag mit CHF 607.3 Mio. um 7.8% unter dem höchsten je erzielten Wert des Vorjahres. Währungs- und akquisitionsbereinigt betrug die Abnahme 8.8%. Im letzten Quartal (Januar bis März 2020) kam es beim Bestellungseingang wegen der weltweiten Corona-Situation in beiden Divisionen zu zeitlichen Verschiebungen. Auf die Systems Division entfielen CHF 361.2 Mio. oder 15.6% weniger als im Vorjahr. Die Services Division konnte den Bestellungseingang um 6.7% auf CHF 246.1 Mio. steigern, inklusive CHF 17.6 Mio., die Arkos seit der Akquisition Ende November 2019 beitrug.

Höherer Umsatz
Der Umsatz wurde um 5.1% auf CHF 629.6 Mio. gesteigert; währungs- und akquisitionsbereinigt betrug die Zunahme 3.9%. Während die Services Division um 7.8% auf CHF 241.3 Mio. zulegte, stieg der Umsatz der Systems Division um 3.4% auf CHF 388.3 Mio. Die Serviceleistungen betrugen damit annähernd 40% des gruppenweiten Umsatzerlöses.

Erneute Steigerung von Betriebs- und Nettogewinn
Der Bruttogewinn von CHF 149.8 Mio. übertraf den Vorjahreswert von CHF 135.7 Mio. um 10.4%. Daraus ergab sich eine Bruttomarge von 23.8% (Vorjahr 22.6%). Die Bruttomarge der Systems Division verbesserte sich auf 11.0% (Vorjahr 8.1%), dies trotz letztmaliger Zusatzkosten für das LNGM-Geschäft im Umfang von rund CHF 10 Mio. Der Bruttogewinn der Services Division stieg um 1.7% auf CHF 107.0 Mio., womit die Bruttogewinnmarge mit 44.3% vor allem aufgrund der deutlich unterdurchschnittlichen Bruttomarge von Arkos Field Services klar unter dem Vorjahreswert von 47.0% lag. Akquisitionsbereinigt betrug sie im Berichtsjahr 47.8%.

Der gruppenweite Betriebsgewinn konnte um CHF 10.3 Mio. auf CHF 54.8 Mio. oder 8.7 Umsatzprozente (Vorjahr 7.4%) gesteigert werden. In der Services Division ging er leicht von CHF 58.2 Mio. im Vorjahr auf CHF 54.7 Mio. zurück. Die Systems Division ist mit einer Steigerung um CHF 15.1 Mio. von CHF –8.7 Mio. im Vorjahr auf CHF 6.4 Mio. wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Der Nettogewinn lag mit CHF 39.9 Mio. oder 6.3 Umsatzprozenten (Vorjahr 5.4%) um 23.8% über Vorjahr. Aufgrund des hohen Beitrags von Shenyang Yuanda Compressor (40% noch im Besitz des Gründers) zum Nettogewinn der Gruppe stieg der den Aktionären von Burckhardt Compression zustehende Nettogewinn pro Aktie unterproportional um 17.3% auf CHF 9.56 an.

Solide Eigenkapitalbasis
Ende März 2020 lag die Bilanzsumme bei CHF 883.0 Mio. oder um CHF 34.3 Mio. respektive 4.0% höher als 12 Monate zuvor. Darin ist die Vollkonsolidierung von Arkos Field Services enthalten. Die Eigenkapitalquote betrug Ende Berichtsjahr 36.0% (Vorjahr 40.7%).

Der gesamte Goodwill der verschiedenen Akquisitionen von Burckhardt Compression in den letzten Jahren wurde in Übereinstimmung mit Swiss GAAP FER direkt mit dem Eigenkapital verrechnet. Das hat einerseits zur kurzfristigen relativen Verschlechterung der Eigenkapitalquote geführt, eliminiert aber andererseits das Risiko von zukünftigen Goodwill-Abschreibungen.

Die Nettofinanzposition reduzierte sich per Ende Geschäftsjahr auf CHF –91.7 Mio. (Vorjahr CHF –49.4 Mio.), was vor allem auf das höhere Nettoumlaufsvermögen, die Akquisition der restlichen 60% von Arkos Field Services und die Investitionen in das neue Werk in Shenyang zurückzuführen ist.

Erfolgreiche Umsetzung der Projekte des Mittelfristplans 2018 bis 2022
Auch im Berichtsjahr konnten diverse Projekte im Rahmen des Mittelfristplans erfolgreich realisiert werden. So wurden dank Auf- und Ausbau der globalen Einkaufsorganisation zusätzlich weitere CHF 7 Mio. eingespart. Für die zu beschaffenden Produkte wurden “best-cost areas” identifiziert, und die Produkte wurden standardisiert. Ausserdem wurden eine Plattform implementiert, über die die Nachverfolgung und die Kommunikation mit globalen Lieferanten abgewickelt wird, sowie ein vierstufiger Gate-Prozess für Lieferanten und E-Auktionen eingeführt. Damit hat auch der Einkauf einen wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung unternommen und so die Effizienz in der Abwicklung weiter gesteigert. Der Bereich Entwicklung hat gemeinsam mit dem Verkauf die Produkte im Neumaschinenbereich weiter modularisiert, was die Effizienz der Angebotserstellung verbessert und die Prozesse in der Entwicklung und Kompressorherstellung vereinfacht.

Mit dem Umsatzwachstum konnte die Systems Division ihre führende Marktposition weiter halten, und die Services Division ist dank der vollständigen Übernahme von Arkos Field Services weiter gewachsen. Das dadurch erworbene Know-how ermöglicht Burckhardt Compression die Erschliessung von weiterem Wachstumspotenzial in den USA.

Neues Werk in Shenyang auf Kurs
Die Erstellung des neuen Werks in Shenyang, China, ist trotz eines Corona-bedingten Unterbruchs von sechs Wochen auf gutem Weg, so dass es wie geplant im Herbst 2020 eröffnet werden kann.

Übernahme des Kompressorgeschäfts von JSW
Im März 2020 fand das Signing (Closing April 2020) zur Übernahme des weltweiten Kompressorgeschäfts von The Japan Steel Works Ltd., kurz JSW, durch Burckhardt Compression statt. Damit verstärkt Burckhardt Compression seine Marktpräsenz in Japan deutlich und baut seine globale Führungsposition weiter aus.

Wechsel im Verwaltungsrat
Der bisherige Präsident des Verwaltungsrats Valentin Vogt stellt sich an der nächsten Generalversammlung vom 3. Juli 2020 nach 18 Jahren als Verwaltungsratsmitglied, davon neun Jahre als Präsident, nicht mehr zur Wiederwahl. Zum neuen Mitglied und gleichzeitig neuen Präsidenten wird Ton Büchner vorgeschlagen. Er war von 2012 bis 2017 CEO und Vorstandsvorsitzender von AkzoNobel und zuvor während 18 Jahren für Sulzer tätig, davon 2007 bis 2011 als CEO.

Ausblick
Für den Umsatz des Geschäftsjahres 2020 rechnet Burckhardt Compression mit einem Wert von über CHF 650 Mio. Die Herausforderungen der letzten Jahre im LNGM-Geschäft konnten 2019 erfolgreich gemeistert werden, so dass im laufenden Geschäftsjahr 2020 keine entsprechenden Zusatzkosten mehr anfallen werden. Im Gegenzug rechnet Burckhardt Compression mit Belastungen aufgrund der aktuellen weltweiten Unsicherheiten. Das Unternehmen erwartet aus heutiger Sicht stabile Gewinnmargen für das Geschäftsjahr 2020.

Die längerfristigen Auswirkungen der weltweiten Corona-Situation auf das Geschäft von Burckhardt Compression lassen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen. Der Bestellungseingang für die Produkte und Dienstleistungen in den ersten zwei Monaten des neuen Geschäftsjahres war tiefer als in der vergleichbaren Vorjahresperiode.

Dividende
Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von CHF 6.00 pro Aktie vor, was einer Ausschüttungsquote von 62.8% (Vorjahr 73.6%) des Nettogewinns pro Aktie entspricht. Die Ausschüttungsquote liegt damit im Bereich des Zielbands von 50% bis 70%.

 

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