Marktumfeld zwingt Burckhardt Compression zu Kapazitätsanpassungen

25. August 2016

Das Marktumfeld für das Geschäft mit Kompressorsystemen hat sich in den letzten Monaten weniger positiv entwickelt als erwartet. Zudem führt der geänderte Produktemix bei den Neuanlagen zu einer geringeren Auslastung in der Fertigung, und das Wachstum im Servicegeschäft verläuft weniger dynamisch als ursprünglich geplant. Diese Gründe zwingen Burckhardt Compression zu einer Kapazitätsanpassung. Weltweit werden voraussichtlich 100 Stellen abgebaut, davon 50 in Winterthur und 50 an anderen Standorten. Zusätzlich wird am Standort Winterthur ab Oktober für rund 100 Mitarbeitende Kurzarbeit eingeführt.

Verändertes Marktumfeld beim Geschäft mit Kompressorsystemen
Das Marktumfeld für das Geschäft mit Kompressorsystemen hat sich in den letzten Monaten weniger positiv entwickelt als erwartet. Der Bestellungseingang war in den letzten Monaten schleppend und wird das Vorjahresniveau nicht erreichen. Zudem ging der Bestellungseingang des Geschäfts mit Anwendungen, für die ausschliesslich Einzelkompressoren benötigt werden, zurück, was einen spürbaren Einfluss auf die Auslastung in der Fertigung zur Folge hat.

Servicegeschäft entwickelt sich weniger dynamisch
In den letzten Jahren wurde die Organisation für das Servicegeschäft kontinuierlich auf einen wesentlich höheren Umsatz ausgerichtet. Das Servicegeschäft ist jedoch langsamer als erwartet gewachsen. Burckhardt Compression geht davon aus, dass das Servicegeschäft auch in Zukunft wachsen wird, aber weniger dynamisch als ursprünglich geplant. Mit der Schaffung der neuen divisionalen Struktur kann den unterschiedlichen Betriebsabläufen in den beiden Bereichen Systems und Services nun besser Rechnung getragen werden.

Abbau von 100 Stellen weltweit
Weltweit wird Burckhardt Compression voraussichtlich 100 Stellen abbauen. Am Standort in Winterthur ist eine Reduktion um 50 Stellen geplant. Burckhardt Compression geht gegenwärtig davon aus, dass der grösste Teil des Stellenabbaus leider mittels Kündigungen vorgenommen werden muss. Das Konsultationsverfahren mit der Mitarbeitervertretung und den Sozialpartnern wird am 26. August 2016 eröffnet und dauert bis zum 16. September 2016. Für die betroffenen Mitarbeiter existiert ein Sozialplan. Die Mitarbeitenden, deren Arbeitsverhältnis gekündigt wird, werden vom Unternehmen unterstützt. Dazu CEO Marcel Pawlicek: „Das veränderte Marktumfeld macht eine Anpassung des Personalbestandes leider unumgänglich, was ich sehr bedaure“. Burckhardt Compression beschäftigt am Standort Winterthur rund 730 Personen, von weltweit insgesamt rund 2‘100 Personen

Kurzarbeit in Winterthur
Ab Oktober ist für 100 Mitarbeitende die Einführung von Kurzarbeit in Winterthur geplant. Die Gründe für diese geplanten Massnahmen liegen im tieferen Bestellungseingang während der letzten Monate und im Rückgang des Geschäfts mit Anwendungen, für die ausschliesslich Einzelkompressoren benötigt werden. Dieser Rückgang konnte nicht durch die Zunahme von Aufträgen für komplette Anlagen kompensiert werden. Das hat insbesondere für den Standort Winterthur eine geringere Auslastung zur Folge. Durch die Kurzarbeit kann ein weiterer Stellenabbau verhindert werden.

Globale Ausrichtung als Wettbewerbsvorteil
Die geplanten Massnahmen stehen dabei nicht im Zusammenhang mit den kürzlich getätigten Akquisitionen in China und den USA oder der neuen Montagehallen in Korea oder den USA, sondern sind Folge der beschriebenen Marktentwicklungen. So ermöglicht die neu eröffnete Montagehalle in Südkorea, dass Burckhardt Compression die dortige Schiffsindustrie überhaupt bedienen und durch die lokale Präsenz die kurzen Lieferzeiten einhalten kann. Die kürzlich eröffnete Montagehalle in Waller, USA, zusammen mit dem Arkos Servicenetzwerk mit 17 Standorten eröffnen Burckhardt Compression das Geschäft mit Prozessgas-Kompressoren API 618 in Amerika. Der Hauptsitz und Produktionsstandort in Winterthur nimmt dabei dank hoher Technologiekompetenz und gut ausgebildeter Mitarbeiter eine Schlüsselrolle ein und bietet auch künftig einen Wettbewerbsvorteil.

Prozessoptimierung und weltweites Sourcing
Weitere gruppenweite Kostensenkungsprogramme wurden neben den bereits erwähnten Massnahmen bereits initiiert. Dazu gehören beispielsweise der Aufbau der globalen Beschaffung sowie eine weitere Optimierung der Prozesse. Dies beinhaltet ein weltweites Sourcing innerhalb und ausserhalb der Burckhardt Compression Gruppe.

Erwartungen Geschäftsjahr 2016
Für das Geschäft der Gruppe (ohne Shenyang Yuanda Compressor) geht Burckhardt Compression von einem Bestellungseingang von weniger als CHF 500 Mio. aus. Ansonsten bleibt der im Juni dieses Jahres kommunizierte Ausblick unverändert. Der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr wird deutlich über CHF 500 Mio. liegen. Die Betriebsgewinnmarge (ohne Shenyang Yuanda Compressor) wird sich im Geschäftsjahr 2016 temporär auf 11% bis 13% verringern, bevor sie im Geschäftsjahr 2017 (ohne Shenyang Yuanda Compressor) wieder in den Bereich von 14% bis 16% zurückkehren wird. Ein detaillierter Ausblick (inklusive Shenyang Yuanda Compressor) der finanziellen Eckwerte folgt im Zusammenhang mit dem Halbjahresbericht, sobald die Abbildung der neuen Organisationsstruktur und die Integration von Shenyang Yuanda Compressor weiter fortgeschritten sind