Schwieriges Geschäftsjahr 2016

6. Juni 2017

Burckhardt Compression, der weltweit führende Hersteller von Kolbenkompressoren, blickt auf ein Geschäftsjahr zurück, das seinen Erwartungen nicht entsprach. Der Bestellungseingang war gegenüber dem Vorjahr deutlich rückläufig, der Umsatz konnte nur akquisitionsbedingt gesteigert werden, und die Ertragssituation war auch inklusive eines grösseren Sondereffekts nicht befriedigend. Der Generalversammlung wird eine Dividende von CHF 7.00 pro Aktie vorgeschlagen.

Bestellungseingang: wachsendes Servicegeschäft, Systems Division mit deutlichem Rückgang

Der Bestellungseingang der Gruppe betrug insgesamt CHF 474.9 Mio. und lag damit 9.2% unter dem Vorjahreswert. Bereinigt um Währungsumrechnungseffekte lag der Rückgang bei 8.6% und akquisitionsbereinigt bei –26.0%. Vom Bestellungseingang entfielen CHF 280.6 Mio. oder 20.1% weniger auf die Systems Division. Der Rückgang erklärt sich vor allem mit dem schwächeren Marinegeschäft im Bereich Gastransport und -lagerung. Die Services Division hingegen vermochte den Bestellungseingang um 13.1% auf CHF 194.3 Mio. zu steigern. Dazu trug besonders das erfreuliche Wachstum des Ersatzteilgeschäfts bei.

Umsatzsteigerung dank Akquisitionen

Die Burckhardt Compression Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2016 mit CHF 557.7 Mio. (plus 14.5%) eine weitere Umsatzsteigerung. Dazu trugen beide Divisionen Systems (plus 10.5%) und Services (plus 23.1%) bei. Bereinigt um die Effekte der Währungsumrechnung lag die Umsatzveränderung bei plus 15.0% und akquisitionsbereinigt bei –4.7%.

Deutlich tieferer Betriebs- und Reingewinn

Der Bruttogewinn von CHF 130.5 Mio. (Vorjahr CHF 151.7 Mio.) unterschritt den Vorjahreswert um 14.0%. Daraus ergab sich eine Bruttomarge von 23.4% (Vorjahr 31.1%). Die Bruttomarge der Systems Division sank vor allem aufgrund des aktuellen Produktemixes und des ungewöhnlich aggressiven Marktumfeldes um mehr als die Hälfte von 22.0% auf 9.9%. Der Bruttogewinn der Services Division entwickelte sich sehr erfreulich und stieg von CHF 78.7 Mio. auf CHF 94.0 Mio., die Bruttogewinnmarge erreichte 49.4%.

Der Betriebsgewinn reduzierte sich insgesamt um 16.3%. Im Betriebsgewinn enthalten sind CHF 15.2 Mio., die auf Anpassungen bei den Personalvorsorgeeinrichtungen zurückzuführen sind. Die Systems Division, die im Vorjahr noch CHF 35.3 Mio. zum Betriebsgewinn der Gruppe beigetragen hatte, erzielte einen Verlust auf Stufe Betriebsgewinn von CHF –3.6 Mio. Eine markante Steigerung des Betriebsgewinns erzielte hingegen die Services Division, die CHF 53.1 Mio. oder CHF 17.3 Mio. mehr als im Vorjahr erwirtschaftete. Der Beitrag zum Betriebsgewinn aus Akquisitionen (Shenyang Yuanda Compressor) lag bei CHF 2.0 Mio. und enthält Abschreibungen in der Höhe von CHF 8.1 Mio., die im Rahmen der Kaufpreisallokation vorgenommen werden mussten.

Der Nettogewinn nach Minderheiten der Gruppe lag mit CHF 37.9 Mio. um 31.6% unter dem Vorjahr. Der Nettogewinn pro Aktie betrug CHF 11.20 (Vorjahr CHF 16.34).

Deutlich veränderte Bilanzstruktur

Ende des Geschäftsjahres lag die Bilanzsumme bei CHF 927.2 Mio. Sie ist in den letzten zwölf Monaten vor allem aufgrund von Akquisitionseffekten um 31.0% gestiegen. Das Eigenkapital erhöhte sich hingegen nur leicht um 0.6%, was vor allem auf die Einbuchung der Put-Option im Wert von CHF 54.7 Mio. zurückzuführen ist, über welche die Minderheitsaktionäre verfügen. Zusammen mit der teilweisen Fremdfinanzierung der Akquisition von Shenyang Yuanda Compressor führte dies im Vergleich zum Jahresende 2015 zu einer Abnahme der Eigenkapitalquote von 50.2% auf 38.5%. Das Anlagevermögen stieg im gleichen Zeitraum vor allem aufgrund der Akquisition von Shenyang Yuanda Compressor um insgesamt CHF 126.6 Mio. auf CHF 373.8 Mio. Die positive Nettofinanzposition per Ende des letzten Geschäftsjahres von CHF 93.2 Mio. hat hauptsächlich wegen der Akquisition von Shenyang Yuanda Compressor um CHF 160.4 Mio. abgenommen und sich per Ende März 2017 in eine operative Nettoverschuldung von CHF 67.2 Mio. gewandelt.

Marktposition gehalten

Trotz des schwierigen Marktumfelds konnte Burckhardt Compression seine Position als Marktführer für Kolbenkompressoren erfolgreich behaupten. Die Integration der zu 60% übernommenen Shenyang Yuanda Compressor ist praktisch abgeschlossen, und die Kooperation mit Arkos Field Services (zu 40% übernommen) läuft nach Plan. So hat Arkos einen Teil der Fläche des neuen Standortes in Houston übernommen und ein modernes, leistungsfähiges Service- und Reparaturcenter aufgebaut. Zusammen mit der im September akquirierten deutschen Gesellschaft IKS Industrie- und Kompressorenservice GmbH verstärkt Burckhardt Compression damit seine lokale Präsenz speziell in den drei zentralen Märkten China, USA und Deutschland deutlich.

Flexiblere Organisation und Kostenoptimierung

Mit der neuen, im Juni 2016 eingeführten divisionalen Organisationsstruktur mit den zwei Geschäftsbereichen Systems und Services kann das Unternehmen in Zukunft noch besser auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kunden eingehen. Zur langfristigen Steigerung der Profitabilität wurden verschiedene Programme zur Kosteneinsparung und -optimierung initiiert. So werden der globale Einkauf weiter verstärkt und die Kompetenzzentren konsequent auf ihre Zielmärkte ausgerichtet. Ausserdem werden die Prozesse über die Standorte hinweg standardisiert. In der Services Division werden die regionalen Verkaufsorganisationen gestärkt und neue geografische Märkte angegangen, denn das stark regional orientierte Servicegeschäft verlangt kurze Reaktionszeiten und eine hohe Flexibilität.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2017

Die wichtigsten Absatzmärkte von Burckhardt Compression bleiben auch im laufenden Geschäftsjahr 2017 sehr anforderungsreich. Das gilt vor allem für das Marinegeschäft im Bereich Gastransport und -lagerung. Aus heutiger Sicht wird sich die positive Entwicklung in der Services Division fortsetzen, während davon auszugehen ist, dass sich der Bestellungseingang in der Systems Division frühestens im Geschäftsjahr 2018 wieder positiver entwickeln wird. Für das Geschäftsjahr 2017 erwartet Burckhardt Compression einen Umsatz auf Vorjahresniveau und eine Betriebsgewinnmarge zwischen 6% und 9%. Ab Geschäftsjahr 2018 erwartet Burckhardt Compression eine Erholung der Betriebsgewinnmarge.

Dividende

Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung eine Dividende von CHF 7.00 pro Aktie (Vorjahr CHF 10.00) vor, was einer Ausschüttungsquote von 62.5% (Vorjahr 61.2%) des Nettogewinns pro Aktie entspricht. Die Ausschüttungsquote liegt damit wiederum im Zielbereich von 50% bis 70%.

Umstellung des Rechnungslegungsstandards auf Swiss GAAP FER

Der Verwaltungsrat der Burckhardt Compression Holding AG hat beschlossen, per 1. April 2017 den Rechnungslegungsstandard von IFRS auf Swiss GAAP FER umzustellen. Die Namensaktien der Burckhardt Compression Holding AG bleiben an der SIX Swiss Exchange kotiert und sind weiterhin Bestandteil des Swiss Performance Index (SPI). Der Entscheid wurde massgeblich getrieben durch die unablässige Zunahme von komplexen, aufwändigen und formellen Detailregelungen unter IFRS. Swiss GAAP FER ist ein international anerkannter, aber weniger komplexer, einfacher zu handhabender und daher auch kostengünstigerer Rechnungslegungsstandard, welcher den Ansprüchen einer internationalen Gruppe wie Burckhardt Compression und deren Investoren bestens genügt. Burckhardt Compression wird die Konzernrechnung auch unter Swiss GAAP FER in hoher Qualität nach dem “true and fair view” Prinzip erstellen.