Burckhardt Compression zeigt Resilienz in einem vorübergehend beeinträchtigten Markt:
- Auftragseingang steigt um 5.4 % auf CHF 422.5 Mio.; Systems Division um 6.3 % und Services Division um 4.1 %
- Umsatz bei CHF 459.0 Mio., ein Rückgang von 11.1 %, im Einklang mit der erwarteten zeitlichen Projektabwicklung
- Bruttomarge steigt um 0.3 Prozentpunkte auf 28.6 %
- Betriebsergebnis (EBIT) erreicht CHF 55.5 Mio., entsprechend einer EBIT-Marge von 12.1 %. Ohne einmalige Restrukturierungskosten von CHF 3.4 Mio. lag die zugrunde liegende EBIT-Marge bei 12.8 %, gegenüber 12.7 % im ersten Halbjahr 2025
- Reingewinn beträgt CHF 43.0 Mio.
- Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 bestätigt: Umsatz zwischen CHF 900-1’000 Mio. und EBIT-Marge von rund 12 %, mit einem stärkeren Umsatz im zweiten Halbjahr
Burckhardt Compression kehrte im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 in beiden Divisionen zu Auftragswachstum zurück, unterstützt durch die diversifizierte Marktpositionierung und die starke Präsenz in Märkten, die von globalen Megatrends profitieren. Der Umsatz reflektierte einen im Vergleich zu den historischen Höchstständen tieferen Auftragsbestand sowie die erwartete zeitliche Projektabwicklung. Trotz tieferem Umsatz und anhaltender geopolitischer und makroökonomischer Unsicherheiten führte eine disziplinierte Umsetzung zu einer EBIT-Marge von 12.1 %, einschliesslich Restrukturierungskosten. Der strukturelle Bedarf an Energiesicherheit schafft weiterhin Chancen, während Kostenmassnahmen die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität stärken. Der aktuelle Auftragsbestand und die geplante Projektabwicklung untermauern den bestätigten Ausblick für das Geschäftsjahr 2026.
Fabrice Billard, CEO von Burckhardt Compression, kommentierte: «Wir expandieren erfolgreich in neue Märkte und unterstützen damit die Rückkehr zu Wachstum trotz der anhaltenden kurzfristigen Unsicherheiten. Gleichzeitig konzentrieren wir uns weiterhin auf eine disziplinierte Umsetzung und die Stärkung unserer Kostenwettbewerbsfähigkeit. Damit sind wir gut positioniert, um attraktive mittel- und langfristige Chancen zu nutzen.»
| In CHF Mio. | Erstes Halbjahr 2026 | Erstes Halbjahr 2025 | Veränderung 2026/2025 | |
|---|---|---|---|---|
Total | ||||
| Auftragseingang | 422.5 | 400.7 | +5.4% | |
| Umsatz | 459.0 | 516.2 | -11.1% | |
| Betriebsergebnis (EBIT)* | 55.5 | 65.5 | -15.4% | |
| in % des Umsatzes | 12.1% | 12.7% |
| |
Systems Division | ||||
| Auftragseingang | 260.9 | 245.5 | +6.3% | |
| Umsatz | 320.1 | 377.3 | -15.2% | |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 32.9 | 38.6 | -14.7% | |
| in % des Umsatzes | 10.3% | 10.2% |
| |
Services Division | ||||
| Auftragseingang | 161.6 | 155.2 | +4.1% | |
| Umsatz | 138.9 | 138.9 | 0.0% | |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 30.1 | 33.2 | -9.4% | |
| in % des Umsatzes | 21.6% | 23.9% |
| |
* einschliesslich Aufwendungen für das Corporate Center
Finanzergebnisse der Gruppe: Resilienz in einem vorübergehend beeinträchtigten Markt
Der Auftragseingang der Gruppe stieg gegenüber dem ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025 um 5.4 % auf CHF 422.5 Mio. (+2.9 % ohne Währungsumrechnungseffekte und Akquisitionen). Der Umsatz ging aufgrund eines nach einer Phase von Rekordhöhen tieferen Auftragsbestands in beiden Divisionen sowie der erwarteten zeitlichen Projektabwicklung um 11.1 % auf CHF 459.0 Mio. zurück (-13.6 % ohne Währungsumrechnungseffekte und Akquisitionen). Dank des höheren Anteils der Services Division stieg die Bruttomarge um 0.3 Prozentpunkte auf 28.6 %, was die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells des Unternehmens unterstreicht. Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich auf CHF 55.5 Mio., und die EBIT-Marge lag bei 12.1 %. Ohne einmalige Restrukturierungskosten von CHF 3.4 Mio. lag die EBIT-Marge bei 12.8 % und damit auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr (12.7 %). Höhere Finanzerträge und ein leicht höherer Steuersatz von 24.9 % führten zu einem Reingewinn von CHF 43.0 Mio, verglichen mit CHF 48.7 Mio. im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025.
Die Gruppe optimiert weiterhin die Nutzung ihrer Vermögenswerte und steigert die Wertschöpfung, was sich in einer starken Rendite auf dem operativen Nettobetriebsvermögen (RONOA) von 40.1 % (Vorjahresperiode: 36.2 %) zeigt. Damit liegt der Wert deutlich über der Vorgabe des Mittelfristplans von >25 %.
Systems Division: Rückkehr zu Auftragswachstum; zweistellige EBIT-Marge behauptet
Der Auftragseingang der Systems Division erhöhte sich um 6.3 % auf CHF 260.9 Mio. (+3.0 % ohne Währungsumrechnungseffekte und Akquisitionen). Der Marine-Markt entwickelte sich weiterhin stark, insbesondere für LNG- und LPG-Tanker. Der Auftragseingang im ersten Halbjahr umfasste zudem Referenzaufträge, darunter das erste grosse CO₂-Transportschiff für das Northern-Lights-Projekt sowie für Wasserstoffanwendungen in der Halbleiterindustrie in Taiwan und Korea. Diese Erfolge zeigen die bewährten Kompressortechnologien des Unternehmens, die engen Kundenbeziehungen und das wachsende Anwendungsportfolio. Schliesslich schloss das Unternehmen im Juli 2026 die Akquisition von Fornovo Gas ab und beschleunigte damit sein Wachstum bei Biogas- und Biomethan-Anwendungen. Auf der anderen Seite belasteten Überkapazitäten in der Industrie, Handelsunsicherheiten und verzögerte Investitionsentscheidungen der Kunden den chinesischen Markt weiterhin. Logistik- und Rohstoffengpässe im Nahen Osten erhöhten den Druck in Asien und Europa zusätzlich. Der Umsatz ging aufgrund der zeitlichen Projektabwicklung um 15.2 % auf CHF 320.1 Mio. zurück (-18.0 % ohne Währungsumrechnungseffekte und Akquisitionen). Der Bruttogewinn belief sich auf CHF 66.0 Mio., während die Bruttomarge um 0.5 Prozentpunkte auf 20.6 % sank. Die tiefere Kapazitätsauslastung wurde durch operative Anpassungen und kontinuierliche Kostenoptimierung weitgehend kompensiert. Die Systems Division erzielte trotz Restrukturierungskosten und tieferem Umsatz erneut eine zweistellige operative Marge. Das Betriebsergebnis (EBIT) erreichte CHF 32.9 Mio. bei einer EBIT-Marge von 10.3 %, verglichen mit CHF 38.6 Mio. und 10.2 % in der Vorjahresperiode.
Services Division: widerstandsfähige Geschäftsentwicklung trotz Marktbeeinträchtigungen
Der Auftragseingang der Services Division stieg um 4.1 % auf CHF 161.6 Mio. (+2.6 % ohne Währungsumrechnungseffekte und Akquisitionen), getragen vom weiteren Wachstum im Marine-Markt und einigen grossen Aufträgen in Asien. Dies wurde erreicht, obwohl der Service-Markt im Wesentlichen von denselben vorübergehenden Beeinträchtigungen betroffen war wie der Neuanlagenmarkt. Der Umsatz blieb mit CHF 138.9 Mio. auf dem Niveau der Vorjahresperiode (-1.7 % ohne Währungsumrechnungseffekte und Akquisitionen). Der Bruttogewinn belief sich auf CHF 65.4 Mio., die Bruttomarge auf 47.1 %, verglichen mit CHF 66.4 Mio. beziehungsweise 47.8 % in der Vorjahresperiode. Die tiefere Bruttomarge ist auf einen ungünstigeren Produktmix und eine tiefere Kapazitätsauslastung zurückzuführen. Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich auf CHF 30.1 Mio., entsprechend einer EBIT-Marge von 21.6 %, verglichen mit CHF 33.2 Mio. und 23.9 % in der Vorjahresperiode. Das Unternehmen erwartet, dass sich die Wartungsaktivitäten bei mehreren Kunden im Nahen Osten und in Asien schrittweise erholen werden, sobald sich die Situation in der Strasse von Hormus normalisiert.
Massnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Senkung der Kostenbasis umgesetzt
Wie am 19. August 2026 angekündigt, vereinfacht Burckhardt Compression seine Organisationsstruktur, konsolidiert ausgewählte Funktionen, optimiert Geschäftsprozesse und stärkt seine Organisation in Indien. Diese Massnahmen werden die Kostenbasis an die erwartete tiefere Auslastung in den kommenden Quartalen anpassen und die Kostenwettbewerbsfähigkeit des Unternehmens verbessern. Das Halbjahresergebnis beinhaltet einmalige Restrukturierungskosten von CHF 3.4 Mio. Auf Basis des aktuellen Geschäftsvolumens erwartet Burckhardt Compression durch diese Massnahmen ab dem Geschäftsjahr 2027 jährliche Einsparungen von rund CHF 20 Mio.
Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 bestätigt; stärkeres zweites Halbjahr erwartet
Aufgrund der zeitlichen Projektabwicklung in beiden Divisionen und des aktuellen Auftragsbestands wird im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres ein stärkerer Umsatz erwartet. Burckhardt Compression bestätigt daher den Ausblick für das Geschäftsjahr 2026: Gruppenumsatz zwischen CHF 900-1’000 Mio. und eine EBIT-Marge von rund 12 %. Der Ausblick bleibt abhängig von geopolitischen Entwicklungen und anderen globalen oder regionalen Beeinträchtigungen.
Globale Megatrends unterstützen mittelfristiges Wachstum
Trotz der kurzfristigen Marktunsicherheit hat die Blockade der Strasse von Hormus die strategische Bedeutung und Dringlichkeit für Regierungen weltweit weiter erhöht, in zusätzliche Energieinfrastruktur zu investieren. Dazu gehören LNG- und LPG-Speicher, Gaspipelines sowie Transportinfrastruktur und Schiffe. In all diesen Anwendungen nimmt Burckhardt Compression eine führende Rolle ein. Auch Länder des Nahen Ostens mit Zugang zu Schifffahrtsrouten ausserhalb der Strasse von Hormus, darunter Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien, planen neue Investitionen in Raffinerien oder petrochemische Anlagen. Diese Chancen bilden zusammen mit den zusätzlichen Marktanwendungen, die Burckhardt Compression kontinuierlich entwickelt, die Grundlage für das Erreichen des Mittelfristplan-Ziels von CHF 1.2 Mrd. Umsatz und einer EBIT-Marge von 12 % bis 15 %.