Halbjahresergebnis mit deutlich höherem Bestellungseingang und höheren Gewinnmargen, erwartungsgemäss tieferer Umsatz

2. November 2021

Das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2021 (April bis September) zeichnete sich durch einen markant gestiegenen Bestellungseingang sowie eine höhere Bruttogewinn- und EBIT-Marge aus. Der Umsatz konnte erwartungsgemäss aufgrund des coronabedingt tieferen Bestellungseingangs in der ersten Hälfte des letzten Jahres nicht an das Vorjahr anschliessen. Der EBIT und der Return on Sales (ROS) erhöhten sich, während der Nettogewinn wegen des höheren Finanzaufwands den Vorjahreswert unterschritt. Das den Aktionären der Burckhardt Compression Gruppe zustehende Ergebnis pro Aktie (EPS) stieg aufgrund der stark reduzierten Anteile der Minderheitsaktionäre.

  • Deutlich höherer Bestellungseingang von CHF 450.7 Mio. (+48.7%, währungsbereinigt +47.3%) – Systems Division +78.0%, Services Division +11.2%, Vorjahr CHF 303.0 Mio.
  • Umsatz -9.1% (währungsbereinigt -10.0%) von CHF 295.2 Mio. auf CHF 268.5 Mio.
  • Verbesserte EBIT-Marge von 8.8% auf 9.8%, EBIT mit CHF 26.3 Mio. auf Vorjahresniveau (CHF 26.0 Mio.)
  • Deutlich gestiegenes Ergebnis pro Aktie von CHF 4.73 auf CHF 5.25
  • Starke Zunahme der Aktivitäten im Bereich Wasserstoff-Mobilität und -Energie
  • Gewisse Herausforderungen in Lieferkette und Logistik werden voraussichtlich bis ins Kalenderjahr 2022 anhalten
  • Starkes zweites Halbjahr erwartet, Ausblick Geschäftsjahr 2021: Umsatz zwischen CHF 620 Mio. und CHF 650 Mio., höhere Gewinnmargen verglichen mit dem Vorjahr
  • Mittelfristziele auf Gruppenstufe für Geschäftsjahr 2022 bestätigt


Globale Märkte auf unterschiedliche Weise betroffen

Die Erholung der Märkte schreitet nach verschiedenen Lockdowns in allen Teilen der Welt im vergangenen Jahr weiter voran. Die asiatischen Märkte, allen voran China, aber auch Zentralasien, erholten sich weiter. Auch das europäische Geschäft gewann wieder an Dynamik und hatte interessante Aufträge zur Folge. Das Investitionsklima in den USA war in den für Burckhardt Compression relevanten Märkten nach wie vor schwach, mit Ausnahme von Technologien für saubere Kraftstoffe wie Wasserstoff. In diesen Anwendungen legten die Aktivitäten zu.

Gruppe: deutlich höherer Bestellungseingang
Der Bestellungseingang der Gruppe betrug im ersten Halbjahr 2021 CHF 450.7 Mio. oder 48.7% mehr als im Vorjahr (währungsbereinigt +47.3%). Der Umsatz von CHF 268.5 Mio. unterschritt den Vorjahreswert um -9.1% (währungsbereinigt -10.0%). Der Bruttogewinn lag mit CHF 82.5 Mio. trotz tieferem Umsatz über Vorjahr. Der wesentlich höhere Anteil des Service-Geschäfts am Gruppenumsatz sowie die höhere Auslastung im Service-Bereich resultierten in einer deutlich höheren Bruttogewinnmarge von 30.7% (Vorjahresperiode 25.0%).

Das Betriebsergebnis (EBIT) auf Gruppenstufe von CHF 26.3 Mio. übertraf den Vorjahreswert von CHF 26.0 Mio. geringfügig. Daraus resultierte eine EBIT-Marge von 9.8% (Vorjahr 8.8%). Der Nettogewinn der Gruppe betrug CHF 17.9 Mio. oder CHF -1.1 Mio. weniger als im Vorjahr (CHF 19.0 Mio.). Die Gründe liegen im Finanzaufwand für eine im September 2020 begebene Anleihe über CHF 100 Mio. sowie bei Währungseffekten. Das den Aktionären der Burckhardt Compression Gruppe zustehende Ergebnis pro Aktie (EPS) stieg deutlich von CHF 4.73 auf CHF 5.25.

Die globalen Vertriebskosten lagen wegen steigender Marktaktivitäten für Wasserstoffanwendungen sowie des leicht höheren Reiseaufwands über Vorjahr. Der Vertriebs- und Verwaltungsaufwand betrug CHF 51.9 Mio. (19.3% des Umsatzes) und lag damit um CHF 7.9 Mio. über Vorjahr. Das erste Semester des Geschäftsjahres 2020 wurde durch staatliche Zuschüsse in sechs Ländern in der Höhe von CHF 2.0 Mio. entlastet. Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand stieg im Berichtshalbjahr um CHF 2.4 Mio. auf CHF 9.3 Mio. aufgrund der höheren Anzahl Projekte, unter anderem für zukunftsweisende Anwendungen wie Wasserstoff-Mobilität und -Energie.

Ende September 2021 lag die Bilanzsumme bei CHF 837.9 Mio. oder gegenüber Ende März (Abschluss Geschäftsjahr 2020) um 5.1% höher. Hauptgrund für diesen Anstieg war die Zunahme der liquiden Mittel. Die Nettofinanzposition betrug Ende Berichtsperiode CHF -51.4 Mio. (Ende Geschäftsjahr 2020 CHF -82.4 Mio.). Das in angefangene Arbeiten und Vorauszahlungen an Lieferanten investierte Kapital ist vollständig durch Vorauszahlungen von Kunden finanziert, so dass ein positiver Saldo von CHF 50.4 Mio. verbleibt (Ende März CHF 11.5 Mio.). Die Eigenkapitalquote lag Ende September mit 25.9% leicht unter dem Wert Ende Geschäftsjahr 2020 (27.5%). Per Ende Geschäftsjahr 2021 streben wir eine Eigenkapitalquote von rund 30% an.

Systems Division: höherer Bestellungseingang, tieferer Umsatz und EBIT
Der Bestellungseingang der Systems Division erhöhte sich um 78.0% auf CHF 303.0 Mio. Die Bereiche Petrochemie/chemische, Gastransport und -lagerung und -Energie/Industriegas Industrie haben sich erholt und liegen über dem Niveau von vor der Corona-Pandemie. Im ersten Halbjahr verbuchte Burckhardt Compression weitere Bestellungen im Marinebereich (LNGM und LPGM) und hatte erneut Erfolg mit dem neu entwickelten, kompakten Marinekompressor. Die Aktivitäten im Bereich Wasserstoff nahmen weiter stark zu. Dieses Anwendungsgebiet wird für Burckhardt Compression immer bedeutender, was sich unter anderem in einem Auftrag für die Lieferung von Kompressoren für die grösste Wasserstoff-Verflüssigungsanlage der Welt zeigte. Der Umsatz lag mit CHF 140.1 Mio. erwartungsgemäss deutlich unter dem starken Vorjahr (-27.8%). Die Bruttogewinnmarge konnte von 18.9% im Vorjahr auf 19.8% gesteigert werden, während der Bruttogewinn mit CHF 27.7 Mio. um CHF 8.9 Mio. tiefer ausfiel. Die EBIT-Marge betrug 4.1% (Vorjahr 8.8%).

In der Systems Division erwartet Burckhardt Compression für das zweite Halbjahr einen Umsatz deutlich über dem Niveau des ersten Halbjahres. Basierend auf dem Auftragsbestand und der daraus resultierenden höheren Auslastung der Kapazitäten wird für das zweite Halbjahr auch mit einer höheren EBIT-Marge gerechnet.

Services Division: höherer Bestellungseingang, Umsatz und EBIT
Der Bestellungseingang der Services Division lag mit CHF 147.7 Mio. um 11.2% über Vorjahr (CHF 132.8 Mio.). Im Vorjahr enthielt dieser einen langfristigen Marine-Servicevertrag über zehn Jahre im knapp zweistelligen Millionenbereich. Die coronabedingten Reiserestriktionen hinterliessen auch in diesem Halbjahr ihre Spuren, vor allem in den Bereichen Field Services und Engineering/Revamp/Repair. Das Midstream-Geschäft von Arkos Field Services in den USA erholte sich langsam, während das Downstream-Geschäft weiter ausgebaut werden konnte. Der Divisionsumsatz stieg um 26.7% auf CHF 128.4 Mio. Der Bruttogewinn nahm von CHF 37.1 Mio. im Vorjahr auf CHF 54.8 Mio. oder 42.7 Umsatzprozente zu (Vorjahr 36.7%), hauptsächlich wegen der höheren Auslastung. Die EBIT-Marge stieg auf 18.6% (Vorjahr 10.3%).
In der Services Division rechnet Burckhardt Compression für die zweite Jahreshälfte aufgrund des aktuellen Bestellungsbestandes mit einem deutlich höheren Umsatz. Für das gesamte Geschäftsjahr geht das Unternehmen von einer EBIT-Marge auf Vorjahresniveau aus.

Ausblick für gesamtes Geschäftsjahr 2021
Gewisse Herausforderungen im Bereich der Lieferkette und der Logistik haben in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres zugenommen und werden sich voraussichtlich nicht vor Mitte 2022 normalisieren. Basierend auf den erwarteten Auslieferungsterminen aus dem Bestellungseingang der Jahre 2019 und 2020 erwartet Burckhardt Compression aus heutiger Sicht für das gesamte Geschäftsjahr 2021 auf Gruppenstufe einen Umsatz von CHF 620 Mio. bis CHF 650 Mio. und im Vergleich zum Vorjahr höhere Gewinnmargen. Dies unter der Voraussetzung, dass keine weiteren schwerwiegenden Corona-Ausbrüche in den für Burckhardt Compression relevanten Märkten zu verzeichnen sind und sich die Wirtschaft weiter erholt.